Traumatisierte Hunde - Lohnt die Müh?

Sie hatten nicht den besten Start ins Leben. Insgesamt haben wir vergangenes Jahr 22 Miniature Australien Shepherds aufgenommen. Sie alle stammen aus einer Sicherstellung – das heißt: Sie wurden nicht artgerecht gehalten und ihr Gesundheitszustand  war katastrophal. Zum Teil abgemagert, Würmer bzw. Giardien, Flöhe und Unterhautmilben waren noch das kleinere Problem. Sie alle sind traumatisiert: Sie kannten keine fremden Menschen, weder Halsband noch Leine und nicht einmal ihre Umwelt. All das mussten sie lernen. Viel Zeit, viel Geduld und besonderes Feingefühl für diese hochsensiblen Tiere waren gefragt. 

Darunter war auch Candy. Sie kam am 12. Mai mit ihren 3 Welpen zu uns. Noch nicht einmal 1 Jahr und schon Hundemama. Vollkommen überfordert mit der Situation zeigte sie uns deutlich, das sie uns nicht mag. Bei Berühungen wurde sie panisch und ihre 3 Welpen duldete sie nur. Nachdem diese 3 kleinen unschuldigen Lebewesen vermittelt werden konnten, kam auch Candy endlich zur Ruhe. Wir konnten ihr Halsband und ein Sicherheitsgeschirr anlegen und mit ihr auf einen Freilauf. Es hat lang gedauert und sie fasste langsam Vertrauen zu uns. Doch bei jedem fremden Geräusch, auch wenn nur Blätter die vom Baum fielen oder andere Hunde in ihrer Nähe waren, ließen sie vor Angst erstarren. Drei Monate brauchte sie, um sich an alles zu gewöhnen.

Und dann kam Anna – eine junge Frau mit einem großen Herzen. Mehrmals kam sie mit dem Zug zu uns, um Candys Vertrauen zu gewinnen. Und sie hat es geschafft. Wenn Anna kam, wedelte die junge Hündin ganz vorsichtig mit ihre Rute und ihre großen Augen schauten sie erwartungsvoll an. Was Liebe, Geduld und dieses feine Fingerspitzengefühl doch bewirken kann. Im Dezember durfte Candy dann mit nach Hause. Und die Fotos, welches uns Anna schickt, zeigt:

„Auch ein Hund, der eine schlechte Vergangenheit hatte, kann wieder glücklich werden.“

Also die Mühe lohnt sich auf jeden Fall !!! Auch für die anderen „Aussies“, die noch bei uns sind. Man braucht halt eben nur Zeit und Geduld. Sie werden die dankbarsten Tiere, die Sie sich wünschen können.  Man muss nur etwas dafür tun.

Anna schrieb Folgendes:

""Am 20.12.2025 war es soweit. Kurz vor Weihnachten sollte Candy nach Hause kommen. Gemeinsam mit meiner Mama machte ich mich auf den Weg nach Ostrau um das kleine Herzchen abzuholen. Viel zu viel trug es mit sich, nun war es Zeit, all die Negativität loszulassen. Die Autofahrt wurde ohne Schwierigkeiten gemeistert und schnell sollte Candy ihre zukünftige Wohnung inspizieren dürfen. „Tap Tap Tap” so in etwa konnte man die kleinen Pfötchen über das Parkett tapsen hören, als Candy sich vorsichtig, aber mit großer Neugier auf den Weg machte, ihren neuen sicheren Ort zu erkunden. Während der erste Tag im neuen Zuhause noch etwas unruhig verlief, fing die Maus sich entgegen aller Erwartungen bereits ab Tag 2 an, immer mehr zu entspannen. Es dauerte nicht lange, bis “Couch-Parties” zum Alltag gehören und sie sich ihre Streicheleinheiten vorsichtig einfordern würde. Heute, fast 2 Monate später lernt mein kleiner Aussie täglich mehr und mehr, was es heißt loszulassen. Sie hat Freunde, menschlicher, sowie tierischer Natur, kuschelige Schlafplätze im Überfluss, auf denen sie endlich tief und entspannt zur Ruhe kommen kann und nun für immer bedingungslose Liebe garantiert. Sicher stehen wir noch am Anfang einer langen Reise, aber wir blicken mit Hoffnung und Freude auf die Zukunft.""
Anna & Candy

Heute ist Candy glücklich